gruene.at
Navigation:
am 8. Juli

Antrag zur Marko Feingold Straße gestellt

Markus Grüner-Musil - Kompromiss für einen All-Parteienantrag gescheitert

Heute, Mittwoch, wurde im Gemeinderat ein Antrag von Bürgerliste/DIE GRÜNEN, NEOS und KPÖ+ eingebracht, der die Benennung einer Straße nach Marko Feingold zum Inhalt hat. Als Überlebender des Holocaust hat er Zeit seines Lebens gegen Faschismus und Antisemitismus gekämpft, er gilt als Mann der Versöhnung und als Brückenbauer in einem demokratischen Rechtsstaat. Als Ehrenbürger der Stadt Salzburg ist Marko Feingold vielen Menschen noch persönlich gut in Erinnerung sein, Wirken hat viele Menschen berührt und geprägt.

Trotz großer Bemühungen konnte keine Formulierung für einen Antrag gefunden werden, der von allen Fraktionen im Salzburger Gemeinderat unterstützt worden wäre. Grund dafür war, dass die  Wünsche der Witwe von Marko Feingold, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Hanna Feingold, beispielsweise die Stelzhammerstraße oder die Valkenauerstraße umzubenennen, im Einleitungstext des Antrags konkret benannt wurden.

„Es gebieten der Respekt und die Wertschätzung gegenüber Marko Feingold, dass diese Wünsche nicht verschwiegen werden“, sagt Markus Grüner-Musil, Kultursprecher der Bürgerliste/DIE GRÜNEN. „Antisemtisch belastete Straßennahmen zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu benennen sehe ich als dringend notwendig an. Nichts anderes erwarten wir. “

 

Ursprünglich war die Aufzählung der beiden Straßennamen auch im eigentlichen Antragstext gestanden, als Kompromissvorschlag haben die Antragsteller dies nun in der Einleitung zum eigentlichen Antrag formuliert. Aber selbst dies war für ÖVP, SPÖ, FPÖ und Liste SALZ zu viel.

Das Argument, man müsste dann alle antisemitisch belasteten Straßennamen in der Stadt überprüfen und dies würde auf Grund der Überlastung in der Verwaltung bis zu 3 Jahre dauern, lassen die Bürgerliste/DIE GRÜNEN nicht gelten.

 

„Dies ist ein Vorschlag, den es ernst zu nehmen gilt, und der daher auch ernsthaft geprüft werden muss. Wenn es einen besseren Vorschlag geben sollte, der auch die Zustimmung von Hanna Feingold findet, dann werden wir auch diesen unterstützen“, meint Grüner-Musil.

„Wir bekommen den Eindruck, die Diskussion um den Antisemitismus, wie ihn Stelzhammer repräsentiert, wollen einige Parteien schnell vom Tisch haben. Doch wer das Vermächtnis von Marko Feingold schätzt, darf vor dem Antisemitismus nicht die Augen verschließen.“