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am 27. November

Hans Schmid: Kein Ehrengrab für einen illegalen Nazi

Ingeborg Haller - 81 Jahre nach dem „Anschluss“: Bürgerliste spricht sich gegen die Verlängerung des Ehrengrabs von Hans Schmid aus

Bekanntlich hat die Stadt Salzburg eine Expert*innenkommission eingesetzt, die sich mit den Biographien der Personen, nach denen in der Stadt Salzburg Straßen und Plätze benannt wurden, wissenschaftlich auseinandersetzt. Im Rahmen der Forschungsarbeit hat sich nunmehr herausgestellt, dass Hans Schmid, Komponist des Rainermarsches, illegaler Nazi gewesen ist. 

Trotz dieses Wissenstands schlägt die Stadt bzw. die zuständige Kulturabteilung in einem aktuellen Amtsbericht die Verlängerung des Ehrengrabes für den Komponisten vor. 

„Eine Verlängerung des Ehrengrabes kommt für uns nicht in Frage. Wenn jemand bereits vor 1938 der NSDAP angehört hat und somit ein illegaler Nazi war, ist diese Person per se für eine Ehrung, welcher Art auch immer ausgeschlossen“, so Ingeborg Haller, Klubobfrau der Bürgerliste.

„Die Verlängerung der Ehrung wäre kontraproduktiv. Sie untergräbt die bisherigen Bemühungen der Stadt rund um die Aufarbeitung der NS- Geschichte, sowie die vorbildliche Gedenkarbeit der Zivilgesellschaft“, ist Ingeborg Haller, Mitbegründerin des Personenkomitees STOLPERSTEINE überzeugt. Sie mahnt einen kritischen Umgang mit der NS-Geschichte ein und schlägt aus Respekt vor den Opfern des Nationalsozialismus vor, von einer Verlängerung des Ehrengrabes Abstand zu nehmen.