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am 10. September

Makartsteg umbenennen? Nicht gegen den Willen von Hanna Feingold

Markus Grüner-Musil - In der Diskussion um eine Benennung einer Marko-Feingold-Straße fordert die Bürgerliste Bürgermeister Preuner zum Umdenken auf. Dieser will, selbst mit einer knappen Mehrheit, den Makartsteg umbenennen.

Begonnen hat die Diskussion mit einem Antrag im Juli 2020 von der Bürgerliste/Die Grünen, NEOS und KPÖ+, der die Benennung eine Straße nach Marko Feingold zum Inhalt hatte. Dabei wurde ausdrücklich festgehalten, dass eine Umbenennung einer Straße, Gasse oder eines Platzes nur im Einvernehmen mit der Witwe von Marko Feingold, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Hanna Feingold umzusetzen ist.

Der Vorschlag die Stelzhamerstraße, in unmittelbarer Näher zur Synagoge, als Marko-Feingold-Straße neu zu benennen, wurde dabei ebenso wenig vom Bürgermeister akzeptiert, wie der gemeinsame Vorschlag von Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger und Hanna Feingold, die Churfürststraße neu zu benennen.

Nun hat der Bürgermeister ohne Grund und ohne zeitliche Not eine sofortige Entscheidung in dieser Frage erzwungen. Während er die Bedenken und Einwände der Anrainer*innen in den genannten Straßen ernst genommen hat, sind die Einwände von Hanna Feingold bei ihm ins Leere gelaufen.

„In einer historisch so sensiblen Angelegenheit, eine Lösung gegen den Willen der wichtigsten Repräsentantin des jüdischen Lebens in Salzburg zu erzwingen, können wir nur ablehnen“, sagt Markus Grüner-Musil, Kultursprecher der Bürgerliste/Die Grünen, der den ursprünglichen Antrag im Gemeinderat gestellt hat.

Bürgermeister Preuner nennt Marko Feingold einen Brückenbauer und begründet damit auch seine Idee der Umbenennung des Makartstegs. Eines Brückenbauers angemessen wäre allerdings, so lange nach einer Lösung zu suchen, bis diese auch von den unmittelbar betroffenen Personen gut geheißen würde. Daher fordert die Bürgerliste nun, den Zeitdruck aus der Diskussion zu nehmen und mit Bedacht an die Sache heranzugehen. Vor allem auch, weil aktuell ein umfassender Bericht von der Magistratsabteilung 2 vorbereitet wird, der zahlreiche nationalsozialistisch belastete Straßen in Salzburg zum Thema hat.

„Hier werden mit Sicherheit Umbenennungen anstehen und auch wo ein besserer Vorschlag für eine Straßenbenennung für Marko Feingold möglich wäre, der dann auch eine breite Unterstützung finden werde“, sagt Grüner-Musil abschließend.