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am 16. November

Offener Brief an Bgm. Preuner

Ingeborg Haller - Workshop Urbane Sicherheit / Offener Brief an den Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,  

die Stadt Salzburg beteiligt sich derzeit an einem Projekt des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ) zu dem Thema „urbane Sicherheit“.   Die Einladungen zur Teilnahme an dem Projekt bzw. den Workshops wurden über Ihr Büro ausgesandt, sodass ich davon ausgehe, dass Ihnen die Online-Umfrage bekannt ist.  

Am 17.10.2018 fand der erste Workshop statt, bei dem ich - neben weiteren Teilnehmern und Teilnehmerinnen - als Vertreterin meiner Fraktion aktiv dabei gewesen bin. Grundsätzlich stehe ich diesem Prozess positiv gegenüber, denn es ist durchaus von Interesse, über Sicherheit in den Städten zu sprechen. Auf Grundlage des ersten Workshops wurde einOnline-Fragebogen verschickt, der verschiedene sicherheitsrelevante Szenarien aufzeigen soll. Auf Basis der Umfrage soll Ende November, am 28.11.2018, ein zweiter Workshop stattfinden  

Dieser Fragebogen ist nun der Anlass für meinen offenen Brief: Die Online-Umfrage enthält tendenziöse Fragestellungen. Die Fragen sind in ihrer Diktion und Bildsprache überwiegend fremdenfeindlich. Außerdem werden Begriffe verwendet, die aus dem Sprachgebrauch der Rechtsextremen und Identitären stammen.   Ein Beispiel möchte ich konkret anführen. Frage 3 lautet: „Es existiert ein zu hoher Anteil an Migranten als dass die autochthone Identität bewahrt wird. In manchen Schulen gibt es über 50% Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch."  

Eine solche Fragestellung ist inakzeptabel!  

Ich ersuche Sie daher, auf den KSÖ hinzuwirken, damit dieser, bzw. dessen Agentur, den aktuellen Fragebogen zurücknimmt und eine ordentliche und korrekte Befragung durchführt. Andernfalls schlage ich vor, aus dem Projekt auszusteigen, da alleine die  Art der Befragung dem Ansehen unserer Stadt schadet. Immerhin ist die Stadt Salzburg ist eine weltoffene Kultur- und Menschenrechtsstadt!  

Ich ersuche Sie daher um Überprüfung sowie um umgehende Veranlassung.  

Ingeborg Haller