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am 17. Oktober

„Equal Pay Day“: Wann wird endlich ein neuer Ein­kommens­trans­parenz­bericht vorgelegt?

Ingeborg Haller - Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer und die Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg machen morgen, Donnerstag, mit einer Verteilaktion auf den „Equal Pay Day“ aufmerksam. Unter dem Motto des Städtebundes „Das ist zum Heulen“ verteilen sie auf der Schranne und in der Linzergasse Taschentücherboxen.

„Auch wenn es wichtig ist, auf diesen Tag (an dem Vollzeit arbeitenden Männer bereits das Jahreseinkommen von Vollzeit arbeitenden Frauen verdient haben) aufmerksam zu machen, so darf es nicht bei bloßen Aktionen bleiben, um für die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau Bewusstsein zu schaffen“, ist Ingeborg Haller, GR der Bürgerliste, überzeugt. Sie fordert die jährliche Vorlage eines Einkommenstransparenzberichtes für das Magistrat.​

Zur Erinnerung: Nach jahrelangem Drängen der Bürgerliste/DIE GRÜNEN wurde erstmals im Dezember 2014 ein Einkommenstransparenzbericht für die MitarbeiterInnen des Magistrats vorgelegt. Dieser Bericht umfasst das Jahr 2012. Die Analyse der Einkommensverteilung zwischen Männern und Frauen im Magistrat Salzburg war ein erster, positiver Schritt in Richtung Einkommenstransparenz. Seither ist allerdings nichts mehr geschehen. „Um zu sehen, welche Entwicklung die Stadt in Sachen Gleichstellung seither genommen hat, braucht es aber eine jährliche Vorlage“, so Haller weiter. In der Stadt Wien ist dies zum Beispiel selbstverständlich: Dort wird jedes Jahr Anfang Oktober ein Bericht vorgelegt.

In einer Analyse des Berichtes aus 2014  fällt auf, dass es auch im Unternehmen Magistrat Einkommensungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen gibt, bei denen unbedingt gegengesteuert werden muss. Auf Seite sieben des Berichtes werden auch die Faktoren angeführt, die zu einer schlechteren Entlohnung der Frauen im Magistrat führen: 


  • Tätigkeiten, die höhere Zulagen mit sich bringen, werden überwiegend von Männern ausgeübt
  • Führungspositionen sind sehr viel häufiger von Männern besetzt
  • Frauen sind vermehrt in Teilzeit beschäftigt
  • Das höhere Dienstalter vieler Männer führt zu höherer Entlohnung
  • Karenzzeiten hemmen Vorrückungen


Einkommenstransparenz- jährliche Vorlage eines Berichtes ist notwendig:

Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer, die nicht nur für die Frauenagenden in der Stadt, sondern auch für das Personal zuständig ist, hätte es in der Hand, dass jährlich ein Einkommenstransparenzbericht vorgelegt wird . „Warum sie sich nicht dafür einsetzt, kann ich nicht verstehen. Denn nur dann, wenn ein jährlicher Bericht vorgelegt wird, können wir Veränderungen feststellen und beurteilen, ob die Maßnahmen, die die Stadt setzt, auch wirksam sind", so Haller abschließend.


Der Bericht auf der Homepage der Stadt zum Download: https://www.stadt-salzburg.at/internet/service/aktuell/aussendungen/2014/magistrat_salzburg_legt_einkommensberich_416829.htm