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am 26. Februar

Frauenhäuser nicht dem freien Markt überlassen!

Anna Schiester - Klambauer rückt von Ausschreibung nicht ab – Bürgerliste weiterhin dagegen

Für ihre Ankündigung, die Frauenhäuser neu ausschreiben zu wollen, hat Frauenlandesrätin Andrea Klambauer dieser Tage viel Kritik von allen Seiten geerntet – auch von der Bürgerliste/DIE GRÜNEN. Nun hat die Landesrätin heute, Mittwoch, zu einem Gespräch geladen, an dem Anna Schiester, Gemeinderätin und Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg, teilgenommen hat. Sie zeigt sich ernüchtert: „Landesrätin Klambauer hat abermals klargemacht, dass sie von einer Ausschreibung nicht abrücken will. Ich sehe hier leider keine Gesprächsbereitschaft“, bedauert Schiester.

 

Die Bürgerliste/DIE GRÜNEN spricht sich jedenfalls weiterhin klar gegen eine Ausschreibung aus: „Ich kann die Argumentation der Landesrätin nicht nachvollziehen. Außerdem bin ich überzeugt, dass es mit gutem Willen möglich wäre, trotz der unterschiedlichen Zugänge mit allen Trägern gemeinsam eine gute und tragbare Lösung zu erarbeiten. Ich weiß, dass die Frauenhäuser dazu bereit sind. Stattdessen wird der jahrelange Erfahrungsschatz missachtet und die Träger in Salzburg, Hallein und dem Pinzgau vor vollendete Tatsachen gestellt. Das macht mich schwer betroffen“, so Schiester, denn damit setze sich erstmals eine Frauenlandesrätin über Konzepte hinweg, die im Zuge der Frauenbewegung entstanden sind und kontinuierlich weiterentwickelt und professionalisiert wurden. „Insofern ist die Verunsicherung, die diese Ankündigung und die Vorgangsweise bei den Betroffenen weit über die Grenzen des Bundeslandes ausgelöst hat, nur allzu gut nachvollziehbar“, so die Bürgerlisten-Gemeinderätin.

 

Sie hofft nun, dass zumindest nicht EU-weit ausgeschrieben und der Zeitdruck rausgenommen wird, so wie es im Gespräch mit der Landesrätin vereinbart wurde: „Das Konzept soll in einem strukturierten Prozess erarbeitet werden, in den Expertinnen und Experten eingebunden werden. Auf jeden Fall muss auch die langjährige Erfahrung und Expertise der Frauenhäuser einfließen“, fordert Schiester. Das Ganze soll jedenfalls ohne Zeitdruck passieren.