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am 19. Juli

Gehaltsreform: Ungerechte Einkommens-Unterschiede im Magistrat endlich beseitigen!

Anna Schiester - Die Bürgerliste fordert besondere Berücksichtigung von „systemrelevanten (Frauen-)Berufen“ bei der dringend nötigen Gehaltsreform im Salzburger Magistrat.

Gerechte Entlohnung statt gut gemeintem Applaus: So und nicht anders muss aus Sicht der Bürgerliste/DIE GRÜNEN das Ziel für eine Gehaltsreform im Salzburger Magistrat lauten. Der neue Magistratsdirektor Max Tischler hat bekanntlich diese Reform als sein oberstes Ziel benannt. Wie dringend nötig sie ist, zeigen aktuelle Zahlen: Laut Einkommensbericht waren im Jahr 2019 1.531 Männer und 2.023 Frauen in der Stadt Salzburg beschäftigt. Die weiblichen Bediensteten verdienten lt. Bericht 42.346 Euro, während männliche Bedienstete 50.938,38 Euro verdienten. Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen der weiblichen Bediensteten der Stadt Salzburg lag im Erhebungsjahr 2019 damit um 16,87% bzw. € 8.591,47 unter jenem der männlichen Bediensteten.

 

„Es ist Fakt, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer noch weniger verdienen, obwohl sie besonders häufig in sogenannten ‚systemrelevanten‘ Berufen arbeiten. Diese Frauen haben in der Corona-Krise viel Applaus erhalten, eine gerechte Entlohnung steht aber immer noch aus“, erklärt Gemeinderätin Anna Schiester. Im Magistrat zählen zu diesen Berufen u.a. Reinigungskräfte, Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Pflegekräfte. Diese Berufe sind traditionell weniger gut bezahlt, es gibt auch weniger Zulagen und Nebengebühren. Erst kürzlich machte etwa das zuständige Amt medial darauf aufmerksam, ass in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen in Salzburg derzeit 30 Fachkräfte fehlen. „Als ein Grund dafür kann das niedrige Gehalt für Pädagog*innen angeführt werden. Viele ausgebildete Pädagog*innen wenden sich nach einigen Jahren vom Beruf ab, weil die Bezahlung zu gering ist“, so Schiester.

 

Von Einkommensgerechtigkeit kann im Salzburger Magistrat derzeit also noch keine Rede sein. Gemeinsam mit Klubobfrau Ingeborg Haller hat die Frauensprecherin der Bürgerliste daher in der letzten Sitzung des Stadt-Senats einen Antrag gestellt:

  1. Die Stadt Salzburg legt bei der Reform des Gehaltsschemas einen besonderen Fokus auf sog. „systemrelevante Berufe“, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten – mit dem Ziel, die Gehaltssituation der betroffenen Berufsgruppen entscheidend zu verbessern.
  2. Die Stadt Salzburg verfolgt das Ziel, den Gender Gap bei der Entlohnung der Mitarbeiter*innen zu schließen.

 

Der Magistrat ist ein Dienstleistungsunternehmen mit mehr 3.000 Mitarbeitern*innen. Es zeichnet sich seit mehreren Jahren ab, dass das bisherige Gehaltsschema nicht mehr konkurrenzfähig ist und sich viele potenzielle Bewerber*innen anderweitig orientieren, weil das Einstiegsgehalt in der Stadt für sie nicht attraktiv ist. „Das Land Salzburg, das mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hatte, hat aus diesem Grund ein transparentes und zeitgemäßes Gehaltssystem geschaffen – mit deutlich höheren Einstiegsgehältern für Neueinsteiger*innen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Stadt Salzburg nachzieht und endlich für ein moderneres und vor allem gerechteres Gehaltsschema für ihre Mitarbeiter*innen sorgt“, erklärt Bürgerlisten-Gemeinderäterätin Anna Schiester abschließend.