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am 16. September

10 Richtlinien für Veranstaltungen in der Altstadt

Markus Grüner-Musil - Die Bürgerliste/Die Grünen legen dar, wie in Zukunft die Auswahl und Durchführung von Veranstaltungen in der Altstadt funktionieren kann.

1. Die Altstadt muss der richtige Rahmen sein: Das Weltkulturerbe der Altstadt verpflichtet uns zu einem sorgsamen Umgang, nicht nur in Bezug auf das geschützte bauliche Ensemble sondern auch in Bezug auf die Erlebbarkeit dieses Vermächtnisses. Daher sollten die Veranstaltungen den Charakter der Altstadt nicht konterkarieren. Die Lebensqualität der Altstadt muss auch bei Veranstaltungen gesichert sein. Die Stadt verfügt über wesentlich mehr Plätze im öffentlichen Raum, als nur die zentralen Altstadtplätze. Diese sollten verstärkt bei der Nutzung für Veranstaltungen einbezogen werden, auch um Attraktivität andere Stadtteile zu erhöhen.


2. Die Zahl der Veranstaltungen beschränken: Der Regelfall, also die überwiegende Zeit des Jahres, muss die Freihaltung der Altstadt sein. Ein authentisches Platzerlebnis ist das zentrale Kriterium für das Erleben einer historisch geprägten Altstadt. Daher muss die Anzahl der Nutzungen begrenzt werden und die zur Verfügung gestellten Kapazitäten müssen nach Richtlinien vergeben werden. Den baulichen Gegebenheiten geschuldet, sollten der Residenzplatz an max. 90 Tagen, der Domplatz, der Kapitelplatz und der Mozartplatz an max. 140 Tagen im Jahr für Veranstaltungen genutzt werden. Ein Drittel des Jahres sollte das Gesamtensemble frei bleiben, also keiner der genannten Plätze für Veranstaltungszwecke zur Verfügung stehen.

3. Ausgewogenheit in Bezug auf die Art der Veranstaltungen: Die Stadt bemüht sich um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Veranstaltungen von Kunst & Kultur, Traditionellem & Zeitgenössischem, Sport & zivilgesellschaftlichen Präsentationen. Die Veranstaltungen sollen ein breites Spektrum der Zielgruppen sowohl bezogen auf das Alter, wie auch auf die soziale und kulturelle Vielfalt der BewohnerInnen der Stadt haben.

4. Partizipation: Die Stadt unterstützt und genehmigt im Besonderen Veranstaltungen, an denen möglichst viele Menschen aus der Stadt aktiv teilnehmen. Vor allem bei der Auswahl der Sportveranstaltungen sollte dieses Kriterium Berücksichtigung finden.

5. Verkehrsaufkommen: Im Zuge von Veranstaltungen sollten Mobilitätskonzepte bevorzugt werden, bei denen das Verkehrsaufkommen seitens der Veranstalter angemessen bleibt, die Zahl der Ausnahmegenehmigung für Zufahrten muss so klein wie möglich gehalten werden. Weiters sollte die Stadt das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel für die Besucherinnen zu hochfrequenten Veranstaltungen attraktiver gestalten. Bei Großveranstaltungen mit Kartenverkauf (Konzerte etc.) sollte diese Karte für
den Öffentlichen Verkehr, als Busticket, gültig sein.

6. Green Events: Die Stadt setzt die Priorität auf so genannte „Green Events“, bei denen Nachhaltigkeit in der Umsetzung, Regionalität und Qualität der angebotenen Getränke und Speisen sowie die Sauberkeit der Veranstaltungsstätte einen ausgewiesenen Stellenwert haben. Veranstaltungen mit einem umweltfreundlichen und schonenden Abfallkonzept haben bei der Vergabe Vorrang.

7. Klimafreundliche Veranstaltungen: Eine Priorität liegt auf Veranstaltungen, die emissionsarm und damit klimaschonend sind. Gerade im Bereich der Altstadt, als zusammenhängende Fußgängerzone, sollten Klimaund Hitzefaktoren bei der Auswahl berücksichtigt werden

8. Technische Aufwand: Der Zeitraum der Auf- und Abbauten muss effizient genutzt werden. Veranstaltungen, die länger als ein Wochenende umfassen, sollten maximal 5 Tage für den Aufbau benötigen, andere sollten nicht mehr als 3 Tage dauern. Der technische Aufwand sollte den baulichen Gegebenheiten angemessen sein, bauliche Schäden oder nicht fristgerechte Abbauten dürfen nicht zu Lasten der Stadt gehen.

9. Synergien nutzen: Bestehende Aufbauten für Veranstaltungen, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, sollten auch für andere Veranstalter nutzbar gemacht werden, so wie dies in den 1990ger Jahren bereits mehrfach ermöglicht wurde.

10. Koordination, Planung und Information: Einführung eines verbindlichen Stichtages für Veranstalter, z.B. am 30.9. für das Folgejahr. Dies ermöglicht es der Stadt, eine Übersicht über alle Angebote zu bekommen, um dann eine ausgewogene Auswahl zu treffen und das Veranstaltungsprogramm bezogen auf alle öffentlichen Plätze der Stadt besser zu koordinieren. Zur besseren Planung und Abstimmung mit AnrainerInnen und anderen ganzjährigen NutzerInnen wird ein öffentlicher Veranstaltungskalender
eingerichtet, der auch Informationen über temporäre Sperren und Beeinträchtigungen in der Nutzung Altstadt zur Verfügung stellt.


Ziel ist eine Jahresplanung aller Veranstaltungen und eine Evaluierung der stattgefundenen Veranstaltungen als Grundlage für die Planung des Folgezeitraums

10 Richtlinien für die Nutzung der Altstadtplätze in Salzburg