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am 5. März

Weltkulturerbezentrum und Sattlerpanoroma statt „Sound of Music Museum“

Markus Grüner-Musil - Bürgerliste stellt sich gegen eine rein touristische Nutzung des Barockmuseums

Einige kulturpolitische Projekte existieren in Salzburg schon seit über 10 Jahren nur auf dem Papier. Aktuell stellt sich wieder einmal die Frage, wie das frühere Barockmuseum am Salzburger Mirabellgarten zukünftig genutzt werden soll. Zuletzt hatte es von Seiten der ÖVP intensive Anstrengungen gegeben, ein „Sound of Music Museum“ an diesem Standort anzusiedeln, vor allem auf Druck der Tourismusbranche, die darin einen zusätzlichen Publikumsmagneten in der Innenstadt sieht.

 

Der Kultur- und Tourismussprecher der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, Gemeinderat Markus Grüner-Musil, spricht sich gegen diesen Standort aus: Sound of Music hat vor allem Fernreisende aus Asien und Übersee als Zielgruppe. Hier brauchen wir aber zukünftig eine Entzerrung von Publikumsströmen, ein Standort in der Altstadt ist daher kontraproduktiv. Auch das Tourismusleitbild, welchem sich die Stadt erst im letzten Jahr verpflichtet hat, zeigt diese Strategie auf. “ Vielmehr sehen die Bürgerliste/DIE GRÜNEN die Notwendigkeit, das Barockmuseum am Mirabellplatz als Standort für zwei wesentlich dringlichere Projekte zu prüfen.

 

 

Weltkulturerbezentrum und Sattlerpanorama haben Vorrang

 

Zum einen hat Salzburg noch immer kein Weltkulturerbezentrum: eine Selbstverpflichtung, der die Stadt längst nachkommen müsste. Die dazu passenden Gemeinderatsbeschlüsse haben schon mehrere Jahre lang folgenlos überdauert.

„Das UNESCO Weltkulturerbe ist nicht nur mit dem Auftrag verbunden, die historische Altstadt zu erhalten, sondern auch mit dem Auftrag, diese mit Leben zu erfüllen. Wir brauchen einen Diskurs darüber wie das Leben im Weltkulturerbe aussehen soll, wie sich dieses nicht bloß als kommerzieller Verwertungsraum sondern als Lebensraum entwickeln soll. Wir brauchen ein besseres Verständnis von unserem Weltkulturerbe, um richtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen“, meint Grüner-Musil.

Dieser grundsätzliche Diskurs fehlt in unserer Stadt, ein Weltkulturerbezentrum sollte ein Ort der Information und der Auseinandersetzung mit diesen Zukunftsfragen sein. Dafür braucht Salzburg einen zentral gelegenen Ort, der selbst auch Teil des Weltkulturerbes ist. Das Barockmuseum ist dafür ein sehr geeigneter Standort.

 

Zum anderen wird das historisch einzigartige Sattlerpanorama einen neuen Standort brauchen: Die Erweiterung des Salzburg Museums durch die Kooperation mit dem Wiener Museum Belvedere macht eine Absiedlung vom jetzigen Standort notwendig. Die Bürgerliste sieht diese Absiedlung als Chance für einen besseren Standort und damit für eine Aufwertung dieses kunsthistorischen Meisterwerks, welches das historische, barocke Salzburg – das heutige Weltkulturerbe – vollständig abbildet. Eine Ansiedelung im Barockmuseum würde aber nicht nur inhaltlich sondern auch aus historischer Perspektive Sinn machen: Der erste Standort des Panoramas war von 1875 bis 1937 in einem Pavillon in unmittelbarer Nähe des Mirabellgartens.

 

„Eine Kombination aus Weltkulturerbezentrum und dem einzigartigen Sattlerpanorama im ehemaligen Barockmuseum ist eine einmalige Chance. Ein Sound of Music Museum im Barockmuseum unterzubringen ist vor diesem Hintergrund eine gänzliche falsche Entscheidung“, warnt Grüner-Musil, Kultur- und Tourismussprecher der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, abschließend.