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am 24. Juli

Klimaschutz? Garagenausbau ist völlig widersinnig!

Bernhard Carl - Bernard Carl: „Die naturschutzrechtliche Verhandlung zum Garagenausbau wird überhastet durchgezogen. Warum diese plötzliche Eile?“

Heute, Mittwoch, findet am Krauthügel im Nonntal das naturschutzrechtliche Verfahren zur Erweiterung der Mönchsberggarage statt – obwohl das vorangehende Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht noch nicht einmal abgeschlossen ist. „Das Bundesverwaltungsgericht ist gerade dabei zu klären, ob das Projekt Garagenausbau einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden muss. Diese Frage ist noch völlig offen und trotzdem wird heute die naturschutzrechtliche Verhandlung durchgezogen. Warum diese plötzliche Eile? Das ist äußerst irritierend. Was, wenn dann doch eine UVP notwendig ist?“, hält Bernhard Carl, stellvertretender Klubobmann der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, fest.

Die Bürgerliste bleibt bei ihrem klaren Nein zum Ausbau der Mönchsberggarage. „Die Rechnung ist einfach: Mehr Parkplätze inmitten der Altstadt bringen mehr Verkehr und somit auch mehr Stau. Dabei versuchen derzeit alle Parteien, sich den Klimaschutz auf ihre Fahnen zu heften“, erklärt Carl. Die Mönchsberggarage soll nach dem Willen von ÖVP und SPÖ um 650 auf knapp 2.000 Stellplätze erweitert werden. Diese Stellplätze würden wiederum mehr Verkehr anziehen – offizielle Gutachten gehen allein in der Neutorstraße von bis zu 3.000 zusätzlichen Fahrten pro Tag aus. Finanziell hat sich die Erweiterung längst zum unhaltbaren Mamutprojekt entwickelt: 28 Millionen Euro werden derzeit von der Parkgaragengesellschaft veranschlagt, ein Stellplatz kostet damit mehr als 42.000 Euro! „Dieses Geld in die Salzburger Öffis investiert könnte wirklich etwas bewirken. ÖVP und SPÖ bauen damit aber lieber das Salzburger Verkehrsproblem aus. Sie heizen damit den Klimawandel nur weiter an“, so der stellvertretende Klubobmann. 

Der Garagenausbau ist nicht nur verkehrspolitisch widersinnig, die Baustelle bedroht außerdem den wertvollen Natur- und Naherholungsraum am Krauthügel. Dort hin soll nämlich der gesamte Abraum der Baustelle befördert werden und von dort muss er mit bis zu 20.000 LKW-Fahrten wieder abtransportiert werden. Völlig ungeklärt ist auch die Frage, ob die Bauarbeiten im Mönchsberg eine Gefahr für den in unmittelbarer Nähe befindlichen, denkmalgeschützten Almkanal bedeuten. Das Konglomerat des Mönchsbergs ist brüchig, ein Einsturz wäre fatal.