gruene.at
Navigation:
am 6. Dezember 2019

Wohin soll die Reise gehen? Bürgerliste fordert klares Konzept für den Flughafen

Martina Berthold - Bis zu 120 Millionen Euro werden derzeit für den Neubau des Terminal 1 veranschlagt. Doch auch die Belastung der Anrainerinnen und Anrainer durch den Fluglärm bleibt weiterhin eine Baustelle.

Wie heute einem Medienbericht zu entnehmen ist, wird Günter Oblasser, langjähriger Obmann des Anrainer*innenschutzverbandes Salzburg Airport (ASA), seine Funktion zurücklegen. „Im Namen der Bürgerliste spreche ich Günter Oblasser unseren ausdrücklichen Dank aus für die vielen Jahre seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Der ASA war und ist eine unverzichtbare, wichtige Stimme für alle Anrainerinnen und Anrainer, die vom Fluglärm betroffen sind“, erklärt Umwelt- und Baustadträtin Martina Berthold.

Wie wichtig der Einsatz des ASA nach wie vor ist, zeigt auch der heutige Bericht über die Aus- und Umbaupläne des Flughafens für den Terminal 1. Derzeit werden Kosten von bis zu 120 Millionen Euro veranschlagt. Was genau mit diesem Geld passieren soll, ist jedoch unklar. „Wenn derart große Investitionen am Flughafen anstehen, dann braucht es vorher unbedingt ein umfassendes Konzept, wohin sich der Flughafen entwickeln soll. Dazu gehört selbstverständlich auch die Standortfrage“, so Berthold. „Ist es wirklich zeitgemäß einen Regionalflughafen wie den Salzburg Airport auszubauen oder wäre es angesichts der Klimakrise nicht hoch an der Zeit die Expansionsbestrebungen des Flughafens zu stoppen bzw. kritisch zu hinterfragen“, so Berthold weiter. Sie verweist gleichzeitig darauf, dass der Flughafen durch seinen Betrieb nicht in der Lage sein wird, die Investitionen alleine zu stemmen, sondern eine finanzielle Unterstützung von Stadt und Land, also den Steuerzahler*innen, benötigen wird.

Die Umwelt- und Baustadträtin erinnert außerdem an die Vorbereitungen für ein neues räumliches Entwicklungskonzept (REK) für die Stadt Salzburg: „In Zukunft wird es immer schwieriger die erforderlichen Lärmgrenzen einzuhalten. Das wiederum macht es schwieriger, zusätzlichen leistbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade deshalb müssen der Flughafen und seine Entwicklung auch im Zusammenhang mit der Erstellung des neuen REK sachlich diskutiert werden“, so Berthold.

Der Salzburg Airport ist ein innerstädtischer Flughafen, der verbindliche Regeln braucht. Diese Regeln sind selbstverständlich mit den Bewohner*innen zu verhandeln. Der Fluglärm und die Schadstoffbelastungen sowie die Gefährdungen, die durch den innerstädtischen Flugverkehr entstehen, müssen möglichst gering gehalten werden. Das gilt vor allem auch, was die Belastung durch den Linien- und Charterflugverkehr betrifft, die enorm zugenommen hat.

„Es braucht ein Umdenken in Richtung Qualität statt Quantität, auch im Bereich der Charterflüge und das insbesondere in den Wintermonaten. Im Sinne des dringend notwendigen Klimaschutzes sind klare Grenzen und Regeln notwendig, vor allem für die Starts und Landungen von veralteten und lauten Maschinen sowie die Kostenwahrheit bei sogenannten Low-Cost-Linien“, erklärt Umwelt- und Baustadträtin Martina Berthold abschließend.