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am 3. Februar

Bürgerliste ermöglicht erstmals Baugruppen in der Stadt Salzburg

Ingeborg Haller, Martina Berthold - Weg frei für innovative Wohnformen am Dossenweg.

Auf Initiative der Bürgerliste/DIE GRÜNEN hat der Gemeinderat der Stadt Salzburg heute erstmals den Weg frei gemacht für Baugruppen als innovative Wohnform in unserer Stadt. Ein entsprechender dringlicher Antrag wurde mit den Stimmen von Bürgerliste, ÖVP, NEOS und FPÖ angenommen.

Was in anderen Städten wie Wien und Linz bereits bestens funktioniert, wird damit nun auch in Salzburg möglich. „Lieber gemeinsam als einsam älter werden“: So hat es sich die Baugruppe „Silberstreif“ zum Ziel gesetzt. Das Gemeinsame wird dabei nicht nur innerhalb der Baugruppe gelebt, deren Mitglieder aus den verschiedensten sozialen und ökonomischen Hintergründen kommen – vielmehr soll das Projekt „Silberstreif“ einen sozialen Mehrwert für das gesamte Wohnquartier am Dossenweg bringen.

 

„Das Angebot in unserer Stadt wird noch vielfältiger. Wir beschreiten einen neuen Weg beim Wohnen. Ich freue mich auf und für die erste Baugruppe, den Verein Silberstreif, dessen jahrelanger Einsatz nun in ein ganz konkretes Projekt führt und ich danke allen, die sich beharrlich dafür eingesetzt haben“, erklärt Umwelt- und Baustadträtin Martina Berthold.

 

 

Gemeinsames Angebot für das Wohnquartier und den gesamten Stadtteil

 

In der Sockelzone wird der Verein Silberstreif eine sogenannte „Gute Stube“ organisieren und betreuen. Die „Gute Stube“ soll den Bewohner*innen am Dossenweg einen fixen Treffpunkt bieten mit Café, Veranstaltungen, Servicestellen wie Packerldienst, offen Radwerkstätte, PC-Arbeitsplätzen, Spieleecke und einigem mehr. Außerdem wird sich der Verein um ein vernetzendes Programm für die Siedlung und den gesamten Stadtteil kümmern, zB mit Grätzelfest, aber auch dem Angebot einer Lernbetreuung, Urban Gardening, Repair-Cafés und ähnlichem. Den erforderlichen Bereich in der Sockelzone wird der Verein eigens anmieten. Die Kosten dafür werden aus den Beiträgen der Vereinsmitglieder bezahlt.

„Die aktuellen Zeiten würfeln uns alle so richtig durcheinander. Die Kontaktbeschränkungen und Lockdowns zeigen wie mit einem Brennglas auf, wie dringend wir direkte Begegnungen und Gemeinschaft benötigen. Was kann es also einem Wohnquartier Besseres passieren, wenn Menschen ihre ganz persönlichen Stärken, ihre Kreativität und ihre Lebenserfahrungen einsetzen wollen für ein gutes Zusammenleben im Wohnquartier Dossenweg“, so die Stadträtin.

 

 

Mietkauf bleibt wichtiges Modell zur Schaffung von leistbarem Wohnraum

 

Der heutigen Entscheidung des Gemeinderats, mit der nun erstmals Baugruppen auch in unserer Stadt möglich werden, sind lange und intensive Verhandlungen vorausgegangen. Klar ist: Leistbarer Wohnraum, den die Menschen in unserer Stadt so dringend brauchen, lässt sich nicht mit nur einem Königsweg schaffen. Der geförderte Mietwohnbau bleibt dabei die wichtigste Säule. Genauso besteht aber auch der Bedarf an leistbarem Eigentum – und dieses Eigentum lässt sich für viele Salzburgerinnen und Salzburger nur über ein „Mietkauf-Modell“ realisieren.

 

„Um wirklich Druck auf die Preise auf dem Immobilienmarkt ausüben zu können, müssen ausreichend viele Wohnungen gebaut werden – insbesondere leistbare Miet- und Mietkauf-Wohnungen. Neben der geförderten Miete und neben dem preisgedeckelten Eigentum steht die Bürgerliste weiterhin zum Mietkauf-Modell. Wir werden das auch in Zukunft immer wieder einfordern, denn insbesondere für Menschen, die nicht über große Eigenmittel verfügen, lässt sich Eigentum anders nicht schaffen“, so Ingeborg Haller, Klubobfrau der Bürgerliste/DIE GRÜNEN abschließend.