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am 4. März

Salzburg braucht ein günstiges Öffi-Ticket für armutsgefährdete Menschen

Anna Schiester, Lukas Uitz - Die Bürgerliste möchte den Öffentlichen Verkehr für Menschen mit geringem Einkommen leistbar machen und fordert einen Mobilpass per Antrag. Andere Städte machen es vor.

Sozialsprecherin Anna Schiester und Verkehrssprecher Lukas Uitz von der Bürgerliste/DIE GRÜNEN unterstützen die Forderung der Armutskonferenz nach leistbarer Mobilität für alle. Sie stellen im Senat am kommenden Montag einen gemeinsamen Antrag zur Einführung eines Mobilpasses, der es armutsgefährdeten SalzburgerInnen ermöglichen soll, die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Salzburg zu einem vergünstigten Tarif zu nutzen.

„Die Kosten für Mobilität können einen beträchtlichen Teil des Haushaltseinkommens verschlingen“, erklärt Gemeinderätin Anna Schiester, Vorsitzende des Sozialausschusses. Besonders stark betroffen seien Menschen mit niedrigem Einkommen, MindestsicherungsbezieherInnen, MindestpensionistInnen und Alleinerziehende. Die Kosten für eine Monatskarte in Salzburg (derzeit 59 Euro für die Region Stadt) stellen für armutsgefährdete Menschen eine große finanzielle Belastung dar. Als armutsgefährdet gilt in Salzburg jede Einzelperson mit weniger als 15.100 Euro Einkommen pro Jahr (Monatswert: 1.259 Euro). Wer sich Mobilität nicht leisten kann, sei es der tägliche Weg zu Arbeit oder zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, ist in seinen Möglichkeiten stark eingeschränkt.

Angebot soll für alle Menschen mit geringem Einkommen gelten

Derzeit gibt es in Salzburg ein ermäßigtes Monatsticket um sechs Euro für alleinerziehende Mütter mit Anspruch auf Mindestsicherung. Dieses gilt es auf alle armutsgefährdeten Menschen auszudehnen. Bürgerlisten-Sozialsprecherin Anna Schiester verweist auf bereits bestehende Angebote in Österreich: „Städte wie Graz, Innsbruck, Linz und Wien nehmen Rücksicht auf alle Menschen mit geringen Einkommen. Sie zeigen, wie die Nutzung des öffentlichen Verkehrs für Menschen, die ökonomisch unter Druck sind, ermöglicht werden kann. Salzburg sollte sein Angebot hier dringend erweitern.“

Ein Blick auf bestehende Sozialtickets in anderen Hauptstädten macht den Aufholbedarf der Stadt Salzburg deutlich:

  • In Graz können Menschen mit geringem Einkommen ein Jahresticket um 50 Euro erwerben
  • in Innsbruck erhalten MindestsicherungsbezieherInnen ein Monatsticket für Bus und Straßenbahn um 20,30 Euro
  • in Linz kostet das Monatsticket für Einkommensschwache 13,50 Euro
  • Der Wiener Mobilpass ermöglicht MindestsicherungsbezieherInnen, für 18 Euro im Monat alle Verkehrsmittel der Stadt Wien zu benutzen.

 

Für Verkehrssprecher Lukas Uitz ist die Einführung eines vergünstigten Tickets für armutsgefährdete Menschen längst überfällig: „Öffentlicher Verkehr muss für alle erschwinglich sein. Mit einer zielgerichteten Angebotsschaffung, bei der keiner durch den Rost fällt, können wir das erreichen.“ Die Einführung eines Mobilpasses hätte laut Uitz eine Reihe von Vorteilen: „Die aktive Teilhabe am sozialen Leben, die verbesserte Möglichkeit die Arbeitsstelle öffentlich und somit autofrei zu erreichen, die finanzielle Entlastung des Haushaltseinkommens sind nur ein paar Beispiele. Außerdem leisten wir mit jedem Anreiz für den Öffentlichen Verkehr auch einen Beitrag zum Klimaschutz“, so Uitz abschließend.