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am 1. Februar

STOPP dem Overtourism

Ingeborg Haller - Bürgerliste/DIE GRÜNEN fordern die Auflösung des Busterminals in der Paris-Lodron-Straße und ein nachhaltiges Tourismuskonzept unter Einbindung der BewohnerInnen

Eine brandaktuelle Anfragebeantwortung zu den Reisbusterminals in der Stadt hat es in sich: Sie zeigt, dass der Bustourismus wächst und wächst. Bürgermeister Preuner, der seit 15 Jahren für den Tourismus in der Stadt verantwortlich ist, hat untätig zugesehen. Konzepte und Maßnahmen ist er schuldig geblieben. 

Die Zahlen zeigen, dass das Limit bei den Tagestouristen, insbesondere in der Vorweihnachtszeit längst überschritten ist. An manchen Tagen im Dezember haben bis zu 300 Busse die Terminals benutzt. Seit Einführung des Systems im Juni 2018 bis Ende Dezember wurden insgesamt 52.900 Slots (= Zufahrten) gebucht, bzw. haben 27.800 Busse die Terminals benutzt. Das bedeutet umgerechnet eine Belastung der Innenstadt mit mehr als 110.000 Busfahrten in nur sieben Monaten! 

„Bürgermeister Preuner spricht immer von 40.000 Reisebussen pro Jahr. Seine eigene Anfragebeantwortung zeigt aber, dass wir im Jahr mit rund 50.000 Bussen rechnen müssen, Tendenz steigend“, stellt Ingeborg Haller klar. Sie hat Anfang des Jahres eine Anfrage zum Thema Reisebusse an den ressortzuständigen Bürgermeister Harald Preuner gestellt. Nun liegen die Antworten vor und die ersten Zahlen auf dem Tisch. 

So wie jetzt kann es auf keinen Fall weitergehen. Wir brauchen Nachhaltigkeit im Tourismus und wir brauchen rasch Maßnahmen, wie wir die Zahl der Reisebusse wieder auf ein vertretbares Maß reduzieren können“, erklärt die Gemeinderätin.  

Der Tourismus ist eines unserer wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine, sichert unzählige Arbeitsplätze und garantiert unserer Stadt hohe Einnahmen. Und dennoch bringt er unsere Stadt an ihre Grenzen. Die Infrastruktur, das Verkehrssystem und vor allem die Akzeptanz der Salzburgerinnen und Salzburger sind schon zu stark belastet.

Als mittelfristige Maßnahme muss ein innovatives und zukunftsorientiertes Tourismuskonzept erarbeitet werden. Dabei sind unbedingt alle wesentlichen Interessensgruppen und vor allem die BewohnerInnen der Innenstadt einzubeziehen.

„Bereits am 20. Jänner haben die Bürgerliste/DIE GRÜNEN ihre Vorschläge für einen verträglichen Bustourismus in unserer Stadt vorgestellt. Die nun vorgelegten Zahlen bestätigen: Wir müssen jetzt handeln!“, stellt Markus Grüner-Musil, Gemeinderatskandidat der Bürgerliste, klar.  

Kurzfristig fordern wir vier Maßnahmen: 

  • Busterminal in der Paris-Lodron-Straße auflösen: Dieser Busterminal ist nicht geeignet, diese vielen BesucherInnen aufzunehmen, die Infrastruktur vor Ort ist ungenügend, die Belastung für die AnrainerInnen unzumutbar.
  • Busterminal Nonntal erhalten, aber Kapazitäten beschränken.
  • An den Stadträndern (Nord, Süd und Messe) Busterminals mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung in die Innenstadt einrichten.
  • Busgebühren erhöhen und Obergrenzen einführen 

„Bürgermeister Preuner hat 15 Jahre lang nur zugesehen, wie der Tourismus in unserer Stadt geradezu explodiert ist. Jetzt ist es Zeit, rasch und mutig zu handeln. Wir werden um Regulierungsmaßnahmen nicht umhin kommen. Und wenn der Bürgermeister das nicht tun will, oder kann, dann werden eben die Bürgerliste/DIE GRÜNEN für ihn einspringen“, erklärt Markus Grüner-Musil abschließend.


Anfragebeantwortung Reisebusterminals