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am 12. Februar

Gerade jetzt: Geldstrafen für obdachlose Menschen sind absurd!

Anna Schiester - Es ist unerträglich, wenn die Polizei Menschen in Pandemie-Zeiten straft, für die Zuhausebleiben einfach keine Option ist.

Eine obdachlose Frau soll in Salzburg 150 Euro zahlen, weil sie im Freien einen geschützten Platz zum Schlafen gesucht hat. Laut Polizei beging die Frau eine „Anstandsverletzung“, sie hatte sich unter den Dombögen zum Schlafen hingelegt. Laute Kritik kommt jetzt von Bürgerlisten-Gemeinderätin Anna Schiester: „Wenn das Schlafen im öffentlichen Raum als ‚Verstoß gegen die Schicklichkeit‘ gewertet wird, so kann ich nur zurückgeben: Unschicklich ist es, wenn die Polizei Menschen in Pandemie-Zeiten straft, für die Zuhausebleiben einfach keine Option ist.“ Sie appelliert dringend an die Behörden, den Strafbescheid aufzuheben. „Armut und Obdachlosigkeit lassen sich nicht wegstrafen!“

 

Angesichts der prognostizierten Eiseskälte in den kommenden Tagen ruft Schiester alle Salzburger*innen und vor allem die Polizei zu Wachsamkeit auf: „Für obdachlose Menschen ist diese Kälte akut lebensgefährlich. Wem der Schlafplatz eines Obdachlosen auffällt, soll aktiv werden und das Kältetelefon anrufen“, so die Gemeinderätin. Sie erinnert an die Telefonnummer des Kältetelefons: 0676 / 848 210-651.

Insgesamt stehen in der Stadt Salzburg derzeit 140 Notschlafplätze im Haus Franziskus, im Haus Elisabeth, der Pension Torwirt, der Jugendnotschlafstelle Exit7, dem biwak sowie der vor kurzem eröffneten 24-Stunden-Notunterkunft „Wolfgangs“ im a&o Hostel am Salzburger Hauptbahnhof zur Verfügung.