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am 13. Oktober

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Noch viel Luft nach oben in der Stadt Salzburg!

Anna Schiester - GRin Anna Schiester fordert eine Ausweitung der Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt, weniger Schließzeiten sowie den massiven Ausbau öffentlicher Krabbelgruppenplätze.

Laut einer aktuellen Studie der Salzburger Arbeiterkammer sind von 147 Kinderbetreuungs-einrichtungen in der Stadt Salzburg nur 58 mit einem Vollzeitjob beider Elternteile kompatibel und damit „VIF-konform“ (Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf). Das sind rund 40 Prozent der Einrichtungen. Obwohl die die Stadt Salzburg im Bezirksvergleich damit zwar das größte Angebot an VIF-konformen Einrichtungen bietet, ortet Bürgerlisten-Gemeinderätin Anna Schiester Handlungsbedarf: „Die heute präsentierten Zahlen zeigen, dass in Salzburg bei der Kinderbetreuung trotz aller Verbesserungen immer noch sehr viel Luft nach oben ist.“ Sie erinnert daran, dass von einem mangelnden oder zu teuren Betreuungsangebot in erster Linie die Frauen negativ betroffen seien, da sie die Hauptlast bei der Kinderbetreuung tragen.

 

Mehr öffentliche, leistbare Krabbelgruppenplätze

Die Sozialsprecherin der Bürgerliste kritisiert außerdem, dass die Tarife bei den Kleinkindgruppen in der Stadt fast dreimal so hoch sind wie in den anderen Bezirken: Während Eltern in der Stadt für einen Krabbelgruppenplatz im Schnitt 393 Euro bezahlten, schlägt er im Lungau, Pongau und Pinzgau mit nur 201,2 Euro und im Flachgau und Tennengau hingegen nur 127 Euro zu Buche. „Dieser enorme Preisunterschied zwischen Stadt und Land ist für Eltern nicht nachvollziehbar. Die Lebenshaltungskosten in der Stadt Salzburg sind ohnehin sehr hoch, da kann ein Krabbelgruppenplatz schnell zu einer untragbaren Belastung werden – auch, aber nicht nur jetzt in der Krise“, sagt Schiester und fordert den raschen Ausbau öffentlicher Krabbelgruppenplätze. Derzeit gibt es nur 24 solcher Plätze, der Rest ist privat und entsprechend teuer.

 

Kinderbetreuung geht zulasten der Frauenerwerbsarbeit

Ausreichende und qualitätsvolle elementare Kinderbildung und -betreuung hat positive Einflüsse auf die Kinder und ermöglicht Erwerbsarbeit – insbesondere jene von Frauen. In kaum einem anderen europäischen Land sind so viele Mütter in Teilzeit beschäftigt, wie bei uns in Österreich, und das liegt maßgeblich an der mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vielen Frauen bleibt angesichts der Rahmenbedingungen nach wie vor nur die Wahl des Ausstiegs aus der Erwerbsarbeit oder der Reduzierung des Arbeitsvolumens auf eine Teilzeitbeschäftigung. „Die Folgen sind drastisch: Das Bruttolebenseinkommen und damit auch die spätere Pension sinken, die Gefahr der Altersarmut erhöht sich“, betont Schiester.