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am 13. Jänner

66 Euro MyRegio-Förderung: Bis zu zwei Jahre Wartezeit sind eine Zumutung

Lukas Uitz - Erstmals kann die myRegio-Förderung abgerufen werden. Sinnlose Bürokratie führt dabei aber zu unzumutbaren Wartezeiten und lässt den wichtigen Effekt einer vergünstigten Öffi-Jahreskarte verpuffen.

Die Stadt fördert seit 2021 den Kauf einer myRegio-Jahreskarte mit 66 Euro und nimmt dafür insgesamt 330.000 Euro in die Hand. Damit wird die Forderung der Bürgerliste nach einer Öffi-Jahreskarte unter 300 Euro umgesetzt. Seit 1. Jänner können Inhaber*innen eines solchen Jahrestickets diesen Zuschuss endlich geltend machen. Allerdings werden sie dabei von der Stadt vor eine gewaltige Geduldsprobe gestellt. Die Förderung kann nämlich nur gesondert vom myRegio-Formular beantragt werden – und das wiederum ist erst nach Ablauf des Tickets möglich und dann auch erst ab 1.1. des Folgejahres. Für Bürgerlisten-Verkehrssprecher Lukas Uitz ist eine derartige Wartezeit eine unnötige Zumutung. Er rechnet vor: „Wenn ich mir am 3.1.2020 ein myRegio-Ticket kaufe, das am 2.1.2021 abläuft, kann ich die 66 Euro-Förderung frühestens am 1.1.2022  beantragen – also erst zwei Jahre nach Ticketkauf. Das versteht wirklich niemand.“ Alle Fahrgäste, die ihre Jahreskarte 2020 nicht bereits am 1.1. des Vorjahres bestellt haben, müssen somit noch bis 2022 auf die Förderung warten und hoffen, es bis dahin nicht vergessen zu haben.

 

Förderung muss unkompliziert und niederschwellig sein

Für Uitz ist dieses Geduldsspiel nicht im Sinne der Erfinderin. Ziel der Förderung sollte sein, durch ein günstigeres Ticket die Öffis für noch breitere Bevölkerungsgruppen leistbar und attraktiv zu machen. Dazu zählt auch, das Ticketprozedere möglichst einfach und transparent zu gestalten. Durch mehrfache Antragsstellungen und jahrelange Wartezeit passiert jedoch das Gegenteil. Wenn man weiß, dass man in zwei Jahren nochmal daran denken muss, die Förderung zu beantragen, ist das eher eine Hürde als eine Stütze. „Wieder ein Ding mehr, dass ich beim Öffi-Nutzen bedenken muss. Liniennetz und Tarife sind bereits jetzt für viele Bürger*innen kaum nachvollziehbar. Dabei sollten Öffis vor allem eines sein: einfach“, sieht Uitz den Vorteil einer Förderung durch die Wartezeit unnötig gedämpft.

 

Antragstermin soll angepasst werden

Auf Uitz‘ Nachfrage beim zuständigen Amt für Wirtschaftsförderung und Bodenpolitik wurde auf technische Hürden verwiesen. Der Verkehrssprecher der Bürgerliste hat dafür nur wenig Verständnis: „Eine Sanierungsförderung beantrage ich auch nach Fertigstellung der Maßnahme und nicht erst im Folgejahr. Auch bei der beliebten Lastenradförderung der Stadt muss nicht bis zum nächsten Jahr gewartet werden. Warum sollte das nicht auch bei der myRegio-Förderung möglich sein?“ Uitz erhofft sich eine rasche Bewältigung der technischen Hürden und eine Anpassung der Antragsfrist, damit auch Bürger*innen, die im Laufe des Vorjahres ein Jahresticket erworben haben, heuer noch in den Genuss der Förderung kommen können und nicht noch ein Jahr warten müssen.