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am 28. Oktober

Die Kurzstrecke ist ein Auslaufmodell: Bürgerliste fordert erneut ein Zukunftskonzept für den Salzburger Flughafen

Bernhard Carl - Angesichts der Klimakrise kann es am Salzburger Flughafen kein „Weiter wie bisher“ geben. Kurzstrecken dürfen in Zukunft keine Bestandteile eines tragfähigen Flughafen-Konzeptes mehr sein. Stattdessen müssen wichtige Bahnverbindungen weiter ausgebaut werden.

In Niederösterreich wütet gerade ein Waldbrand von noch nie dagewesenen Ausmaßen, und auch in Salzburg herrscht wegen der anhaltenden Trockenheit bereits erhöhte Alarmbereitschaft. Die Klimakrise hat Österreich längst erreicht. In Anbetracht dessen müssen auch die heute von Greenpeace vorgestellten Fakten zum Thema Kurzstreckenflüge von und nach Salzburg betrachtet werden. Demnach fliegen pro Jahr 200.000 Menschen zwischen Salzburg und Frankfurt hin und her – obwohl diese Strecke auch in knapp 5 Stunden mit der Bahn zu schaffen wäre. Für die Bürgerliste/DIE GRÜNEN ist daher klar: Angesichts der Klimakrise ist es höchste Zeit, sich Gedanken über die zukünftige Ausrichtung des Airports zu machen – mit der Erstellung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes und einem generellen Aus für Kurzstreckenflüge ab Salzburg.

 

„Ein ‚Weiter wie bisher‘ kann es am Salzburger Flughafen nicht geben – wegen des Klimaschutzes,  der wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Krise und nicht zuletzt wegen der Gesundheit der Menschen in der Stadt. Ich fordere deshalb einmal mehr die Ausarbeitung eines Zukunftskonzepts für den Airport vor“, erklärt Gemeinderat Bernhard Carl. Der Gesundheitssprecher der Bürgerliste/DIE GRÜNEN spricht sich schon seit Jahren gegen klima- und gesundheitsschädliche Kurzstreckenflüge aus. Die aktuellen Zahlen des heute veröffentlichten Greenpeace-Berichts machen nun erneut klar, wie groß der Handlungsbedarf bereits ist.

 

 

Bahnausbau statt klimaschädlicher Kurzstrecken

Anstatt weiter auf das Auslaufmodell Kurzstrecke zu setzen, schlägt der Gemeinderat Carl vor, in Zukunft mehr Energie in den Ausbau von wichtigen Bahnverbindungen zu investieren: „Ein Paradebeispiel ist die Strecke von Salzburg zum Münchner Flughafen. Die Bahnverbindung dorthin ist denkbar schlecht ausgebaut. Mit sinnvollen Investitionen könnten wir hier eine große Verbesserung erreichen und sowohl Reisende als auch Flughafen-Anrainer*innen deutlich entlasten. Und eine bessere Bahnverbindung nach München würde auch den Bedarf für eine Flugverbindung von Salzburg nach Frankfurt deutlich reduzieren.“

 

Wie gut die Bahn als Alternative zu einem Kurzstreckenflug sein kann, zeigt die inzwischen eingestellte Kurzstrecke Salzburg-Wien: „Die ebenso sinnlose wie klimaschädliche Kurzstrecken-Verbindung zwischen Salzburg und Wien wurde bereits eingestellt. Statt zu fliegen fahren die Menschen nun bequem und klimafreundlich mit der Bahn. Trotzdem bleibt der Airport ein wichtiger Baustein für die Attraktivität Salzburgs als Wirtschaftsstandort, allen Unkenrufen zum Trotz“, so Gesundheitssprecher Bernhard Carl weiter.

 

 

Zukunftskonzept für den Salzburger Flughafen: Erste Gelegenheit wurde bereits verpasst

Der durch die Corona-Krise erzwungene Stillstand am Salzburger Flughafen wäre eine erste gute Gelegenheit gewesen, ein auch für die Zukunft tragfähiges Modell für den Airport zu entwickeln. „Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich erstmals die Entwicklung eines Zukunftskonzepts für den Salzburger Flughafen vorgeschlagen. Passiert ist seither leider nichts“, bedauert Carl die verpasste Gelegenheit. Der Gesundheitssprecher der Bürgerliste stellt jedoch klar, warum es am Salzburger Flughafen in Zukunft kein „Weiter wie bisher“ mehr geben kann: „Die Klimakrise wird nicht einfach verschwinden – und sie wird uns vor immer größere Herausforderungen stellen, je länger wir warten. Es Zeit, jetzt zu handeln: Mit einem Zukunftskonzept für den Salzburger Flughafen und dem Ende der klimaschädlichen Kurzstreckenflüge. Stattdessen sollten wir deutlich mehr Energie in den Ausbau wichtiger Bahnverbindungen wie zB. Salzburg-München investieren.“