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am 4. März

Konzeptloser Kreisel am Museumsplatz: ÖVP-Mehrheit arbeitet weiter am Verkehrsinfarkt

Lukas Uitz - „Autos gehören raus aus der Innenstadt, nicht rein. Mit dem heute beschlossenen Kreisel am Museumsplatz rückt dieses Ziel in weite Ferne. Der Radverkehr wurde wieder einmal nicht zu Ende gedacht.“

Im Bauausschuss wurde heute, Donnerstag, gegen die Stimme der Bürgerliste der Bau eines sündteuren Kreisverkehrs am Museumsplatz beschlossen. ÖVP, SPÖ und FPÖ zementieren damit auf Jahre hinweg den Durchzugsverkehr durch die Salzburger Altstadt ein – dass das von der ÖVP selbst erfundene, leidige Kranzlfahren damit endlich ein Ende hat, ist dabei nur ein schwacher Trost. Während die Blechlawine künftig also ungehindert mitten durch die Salzburger Innenstadt rollen darf, birgt die Neuregelung am Museumsplatz für Fußgänger*innen und den Radverkehr einen Pferdefuß.

 

Droht dem Radverkehr eine Sackgasse?

Während die ÖVP mit ihrem Kreisverkehr die Blechlawine durch die Salzburger Innenstadt nun auf Jahre hin einzementiert, spielt der Umweltverbund, also Öffis, Radfahrer*innen und Fußgänger*innen im Vorhaben höchstens eine Statistenrolle. Es führen gleich zwei der wichtigsten Radverbindungen (H7 und H8) der Stadt über den Museumsplatz – in den schwarzen Überlegungen spielen diese Rad-Verbindungen aber bestenfalls eine versteckte Rolle: „Anstatt diese Radhauptroute für die Salzburger*innen konsequent durchzuplanen, werden die Radfahrer*innen nun endgültig in Hinterhöfe und Hausdurchfahrten verbannt. Wie der Radverkehr ab der Münzgasse weiter geführt werden soll, ist sogar noch völlig ungeklärt“, wundert sich Gemeinderat Lukas Uitz, Verkehrssprecher der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, über die scheinbare Konzeptlosigkeit der Stadtplanungs-Chefin.

Uitz wird deshalb auch eine Anfrage an die für Planung zuständige Vizebürgermeisterin Unterkofler stellen: „Was bisher an Planung für den Radverkehr am Museumsplatz vorliegt, ist weder durchdacht, noch sicher. Wenn die ÖVP sinnvolle Pläne hat, dann müssen diese jetzt auf den Tisch.“ Uitz spielt zum einen auf eine in Aussicht gestellte „Aufwertung“ der Durchhaus-Radroute hinter der Szene an. Zum anderen aber sieht er die zentrale Radroute durch die ÖVP-Pläne einer zweispurigen Münzgasse mit Durchzugsverkehr gefährdet. Eine solche wäre platztechnisch nur möglich, wenn der bestehende Radstreifen dort geopfert würde. „Wenn die ÖVP ihre Pläne wahr macht, steht der Radverkehr künftig am Anton-Neumayer-Platz an und das wohlgemerkt auf einer Rad-Hauptroute.“ 

 

1,2 Millionen Euro für Schwarzen Kreisel ohne Konzept

„Während sich vergleichbare Städte überall in Europa darum bemühen, den Durchzugsverkehr aus ihren Stadtzentren herauszunehmen, bekommt der motorisierte Individualverkehr in Salzburg weiter Vorrang. Für den Schwarzen Kreisel am Museumsplatz muss die Stadt Gesamtkosten von bis zu 1,2 Millionen Euro stemmen“, stellt der Gemeinderat klar. Bei der Planung durch die ressortzuständige Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler wurde nicht einmal untersucht, welche Auswirkungen dieses extrem teure Einzelprojekt auf die umliegenden Straßenzüge haben wird. Eine deutliche Steigerung beim Durchzugsverkehr von Mülln kommend ist wegen der leichteren Durchfahrt durch die Innenstadt beispielsweise vorprogrammiert: „Die ÖVP bekommt nun endlich ihren Kreisverkehr mitten in der Innenstadt – ein gesamtheitliches Verkehrskonzept fehlt dem schwarzen Planungs-Ressort aber weiterhin völlig“, so Uitz.

 

Freiraumgestaltung fällt bestenfalls halbherzig aus

Die Salzburger Innenstadt braucht keine halben Sachen, sondern endlich eine echte Verkehrsberuhigung. Die Erfahrung mit dem von der ÖVP erfundenen Kranzlfahren zeigt: Solange die Durchfahrt möglich ist, rollt die Blechlawine weiter – und genau das wird auch mit dem heute beschlossenen Kreisverkehr der Fall sein. Dem gegenüber steht eine bestenfalls halbherzige Freiraumgestaltung im Bereich des Rot-Kreuz-Parkplatzes: „Anstatt den Salzburger*innen diesen Bereich endlich zurück zu geben und dort Erholung inmitten der Altstadt möglich zu machen, werden gerade einmal ein paar Parkplätze aufgelassen. Daneben rollt weiter die Blechlawine“, stellt GR Lukas Uitz klar. „Die geplante Entsiegelung und Gestaltung ist zwar zu begrüßen – sie kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem heute von der ÖVP-Mehrheit im Bauausschuss gefassten Beschluss ein großer Teil der Salzburger Innenstadt weiterhin vom Durchzugsverkehr verschandelt wird.“