gruene.at
Navigation:
am 6. Dezember 2019

Mobilitätsabgabe für Urlaubsgäste wäre Entlastung für Einheimische

Lukas Uitz - GR Lukas Uitz bleibt bei seiner Forderung: Er sieht bei der fixen Einpreisung von Öffitickets in die Nächtigungskosten vor allem Einheimische als Profiteure. Insgesamt muss der Ausbau des Mobilitäts-Angebots oberste Priorität haben.

Mit Unverständnis reagiert Gemeinderat Lukas Uitz auf die Kritik an seiner Forderung nach Lenkungsmaßnahmen für UrlauberInnen, um das städtische Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Uitz fordert bekanntlich eine Mobilitätsabgabe für Mehrtagesgäste als Teil der Kurtaxe und möchte ihnen dafür die freie Nutzung des Öffentlichen Verkehrs ermöglichen. „Wir schenken den Touristen damit nichts. Sie müssten das über ihren Aufenthalt bezahlen. Auch jene, die weiterhin mit dem Auto fahren wollen, sollen einen Beitrag leisten. Es kann also keine Rede davon sein, dass hier SteuerzahlerInnen etwas für Urlaubsgäste bezahlen müssen.“ Durch den Beitrag über eine Mobilitätsabgabe könne also gar keine Rede von gratis Öffis für Touristen sein. Urlaubsgäste hätten durch eine solche Regelung keine Wahl und würden indirekt – etwa über die Kurtaxe – zum Kauf von Öffi-Tickets verpflichtet werden. „Und wenn ich schon für etwas bezahlen muss, werde ich es auch eher nutzen. Davon bin ich überzeugt“, ist sich Uitz sicher, dass nicht wenige Urlaubsgäste verstärkt auf den öffentlichen Verkehr umsteigen und damit den Verkehr allgemein entlasten würden.

Tourismus muss Beitrag zur Verkehrsentlastung leisten
Der grüne Verkehrssprecher sieht in der Debatte eine Chance für mehr Sensibilität. Seiner Meinung nach muss es darum gehen, das Gesamtverkehrsaufkommen in Stadt und Umgebung zu reduzieren. Dazu müsse man an vielen Stellschrauben drehen, Push- und Pullmaßnahmen setzen. „Beim Tourismus waren wir bisher säumig. Ein Großteil der Ankommenden ist ausschließlich privat mit dem PKW unterwegs und verstopft damit die Straßen. Das kann nicht unser Anspruch sein.“

Klar müsse auch sein, dass der Tourismus selbst die Kosten für Lenkungsmaßnahmen tragen müsse.„Wenn es uns damit gelingt, unsere Gäste vom privaten PKW auf den Öffentlichen Verkehr zu bringen, entlastet das den gesamten Verkehr. Dies würde dauerhaft den Salzburgerinnen und Salzburgern zugutekommen, deren Verkehrsalltag dadurch erleichtert würde.“

Verbessertes Öffi-Angebot wichtiger als Preis
Wichtiger als noch billigere Öffis für Einheimische findet Uitz die Verbesserung des Angebots. Salzburg habe durch die Tarifreform bereits ein attraktives Jahreskarten-Angebot. „Was es jetzt braucht sind Investitionen in die Beschleunigung, Bevorrangung und Durchgängigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs“, so Uitz, für den ein verlässlicher und gut ausgebauter ÖPNV Menschen viel eher zum Umsteigen animieren würde, als noch günstigere Ticketpreise. Dies würden auch zahlreiche Städte mit vergleichbaren Ticketpreisen aber ungleich höherer Öffi-Nutzung beweisen. „Was bringt mir ein gratis Bus, wenn er unpünktlich ist, im Stau steht und zu allen heiligen Zeiten mal ankommt? Wir wissen, dass der PKW unterm Strich viel mehr kostet und trotzdem genutzt wird, weil man scheinbar keine Alternative sieht“, erklärt Uitz abschließend.