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am 28. September 2020

Nachhaltiger Ausbau des Öffentlichen Verkehrs: Neue Mobilitäts-Gesellschaft muss mehr können als „nur“ Obus und Lokalbahn

Martina Berthold - Stadträtin Martina Berthold: Auch die Parkgaragen-Gesellschaft muss in die neue Mobilitäts-GmbH von Stadt und Land mit eingegliedert werden.

Der Öffentliche Verkehr soll bekanntlich aus der Salzburg AG herausgelöst und in eine eigene Mobilitäts-Gesellschaft übergeführt werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits seit Monaten. Die aktuelle Diskussion dreht sich dabei in erster Linie um die Bewertung einzelner Teile des Anlagevermögens der Salzburg AG und wird hauptsächlich zwischen Stadt- und Landes-ÖVP geführt. Einen weiteren, maßgeblichen Verkehrsfaktor lässt die ÖVP aber weiterhin bewusst außen vor: Die Salzburger Parkgaragen-Gesellschaft. „Wir wollen den Öffentlichen Verkehr in Salzburg neu denken – nicht nur den Obus, sondern wirklich alle Bereiche unserer täglichen Mobilität. Wenn Stadt und Land eine Mobilitäts-Gesellschaft gründen, dann gehört die Parkgaragengesellschaft mit hineingenommen“, erklärt Umwelt- und Baustadträtin Martina Berthold.

 

Parkgaragen-Gesellschaft eingliedern, Garagenausbau stoppen

Neben dem Obus als Kernbereich der Öffi-Sparte der Salzburg AG werden derzeit von externen Experten*innen auch der Mönchsberg-Aufzug und die Festungsbahn bewertet. Beide sollen in Zukunft helfen, Defizite der neu zu gründenden Mobilitäts-Gesellschaft abzufedern – ausgleichen können sie das Minus freilich nicht. Eine gute Lösung braucht jedoch auch profitable Unternehmensteile. Dazu gehören die touristischen Verkehrsbetriebe, aber genauso die Parkgaragengesellschaft von Stadt und Land: „Die Salzburger Parkgaragengesellschaft hat in den letzten Jahren als Cash-Cow regelmäßig Millionengewinne abgeworfen. Doch anstatt damit den Öffentlichen Verkehr sinnvoll auszubauen, planen ÖVP und SPÖ über 30 Millionen Euro für ein verkehrspolitisches Retroprojekt für 650 zusätzliche Parkplätze in der Innenstadt zu verschleudern“, so Berthold.

 

Parkgargen können nachhaltigen ÖV-Ausbau finanzieren

Die Umwelt- und Baustadträtin plädiert daher für ein rasches Umdenken bei den Verantwortlichen: Der Ausbau der Mönchsberggarage muss gestoppt und die Parkgaragen-Gesellschaft in die neue Mobilitätsgesellschaft von Stadt und Land eingegliedert werden.  „Mit dem klimaschädlichen Ausbau der Mönchsberggarage verschuldet sich die Salzburger Parkgaragen-Gesellschaft über Jahrzehnte. Es ist viel klüger, dieses Unternehmen in die neue Mobilitäts-Gesellschaft einzugliedern. Neben dem Bau und Betrieb von Parkgaragen könnte damit der notwendige Ausbau von durchdachten Park and Ride-Angeboten und des Öffentlichen Verkehrs vorangetrieben werden“, erklärt Stadträtin Martina Berthold abschließend.