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am 17. November

Ohne Stau und Lärm: Autofreier Gaisberg muss zur Regel werden

Lukas Uitz - Das autofreie Wochenende hat bewiesen, dass der Gaisberg ohne Autos gut ankommt. Es darf nun nicht bei einer Eintagsfliege bleiben.

Kein Stau, keine Blechlawine, keine gefährlichen Straßenszenen, kein Lärm, viel Raum zum Entspannen und Ausleben. Am Wochenende konnte der Gaisberg zur Freude hunderter Salzburgerinnen und Salzburger autofrei und in völliger Ruhe genossen werden. Die Bilder in den Medien zeigen, dass der Salzburger Hausberg ohne Autozufahrt nicht minder stark frequentiert war als sonst.

 

Die Bürgerliste setzt sich seit jeher für eine Verkehrsberuhigung am Gaisberg ein. Verkehrssprecher Lukas Uitz zeigt sich von den Erfahrungen beeindruckt: „Es war ein ganz spezielles Gefühl. Ich habe nicht den Eindruck, dass weniger Leute unterwegs waren. Auf der Straße waren deutlich mehr Radfahrer*innen. Nur das Fehlen des Verkehrslärms hat daran erinnert, dass etwas anders ist. Gefehlt hat er sicher niemandem.“ Dass der 20-Minuten Takt beim Gaisbergbus gut angenommen wurde, ist für Uitz keine Überraschung: „Für Familien und ältere Menschen ist der Bus im 20-Minuten Takt ein tolles Angebot. Meiner Meinung nach sollte der Bus jedoch günstiger wenn nicht gar kostenlos sein“, so Uitz.

 

Konsum auch ohne Auto

Das Wochenende hat gezeigt, dass ein autofreier Gaisberg genügend Menschen anlockt und einen großen Qualitätsgewinn bedeutet. Die Bedenken der lokalen Gastronomie möchte Uitz ernst nehmen, erwartet sich aber ein bisschen Unternehmergeist: „Geänderte Anreisemöglichkeiten bewirken sicher eine Änderung beim Publikum. Da müsste man dann auch das Angebot anpassen in Richtung Wander- und Radpublikum. Aber warum sollen die Leute weniger konsumieren, wenn sie statt mit dem Auto mit dem Bus oder Fahrrad kommen?“, so Uitz.

 

Regelmäßige autofreie Wochenenden notwendig

Kritik äußert Uitz an der Absage von Gaisberg-Koordinator Florian Kreibich (ÖVP) für weitere autofreie Tage. Dieser zieht aus dem erfolgreichen Testlauf leider nicht den Schluss, weitere autofreie Wochenenden folgen zu lassen. Für Uitz eine verpasste Chance für die Menschen und die Natur: „Da vermisse ich beim Kollegen das Gespür für die Leute und die Natur, die von der Verkehrsberuhigung enorm profitiert haben. Kreibich selbst bezeichnet das Wochenende als gelungen. Offenbar ist ihm aber die Sorge um das eigene Geschäft dann doch wichtiger als der Nutzen für die Leute in ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Erholung“, spielt Uitz auf die Mehrfachfunktion von Kreibich als ÖVP-Gemeinderat, Gaisberg-Koordinator und Miteigentümer der Gersbergalm an. „Wenn ich derart viele Rollen gleichzeitig ausübe, ist es klar, dass die Qualität der Einzelnen abnimmt“ so Uitz.

 

Die Bürgerliste wird sich auch künftig für eine konsequente Verkehrsberuhigung am Gaisberg einsetzen. Die gewonnenen Erfahrungen machen deutlich, warum der private Autoverkehr am Gaisberg verzichtbar ist – zumindest an Schönwetterwochenenden.